Kfz-Kennzeichen in Frankreich

Kapitel 1 B

Weiter geht es also mit den "normalen" Kennzeichen.
Denn die gibt es nun mal nicht nur im französischen Mutterland,
sondern auch in den 4 Überseedépartements (die gleichzeitig je eine eigene Region darstellen), und in diversen Überseeterritorien, die auf unterschiedlichste Weisen mehr oder weniger zu Frankreich gehören, oder von ihm abhängig sind.

Den höchsten Wiedererkennungseffekt erzielen wir hier bei den
vier Überseedépartements:

  • 971: Guadeloupe, ein Archipel der Antillen, mitten im Karibischen Ozean in Mittelamerika
  • 972: Martinique, Nachbarin von Guadeloupe
  • 973: Guyane (Frz. Guyana), es befindet sich am Nordrand des südamerikanischen Kontinents zwischen Brasilien und Suriname
  • 974: Réunion, im Indischen Ozean gelegen, ca. 700 km östlich von Madagaskar
  • Für diese vier Gebiete gilt grundsätzlich dasselbe Schema, wie für das Hauptland, aaaaber, um bei einer Kennzeichenlänge von 8 Zeichen zu bleiben stellte sich bald heraus, dass eine Serie beschränkt auf
    1111 A 972, 111 AA 973 oder 11 AAA 974 viel zu schnell erschöpft ist.

    Daher wird in den meisten Fällen heutzutage die 97 übereinander Positioniert (in halb so großer Schrift), um einen Platz zu gewinnen.

Probleme?

Hallo Christian,
vielleicht kannst Du uns in deinem Blog etwas über die Probleme bei der Autokennzeichen-Umstellung in Frankreich berichten.

Ich habe hier etwas gelesen:
http://orf.at/080828-28906/index.html

viele Grüße
WebEule

Probleme mit den Département-Nummern

Hallo,

in der Tat haben sich in den letzten 2 bis 3 Jahren einige "Aufstände" ergeben, weil das Département nicht mehr auf den Nummernschildern auftauchen soll, bzw. kein integraler Bestandteil der Nummer mehr sein soll.
Doch das sind eher punktuelle "Minirevolutionen".
Übrigens eine sehr französische Angelegenheit:

Wir haben es hier mit einem Zentralstaat zu tun, der seine Mitbürger zu strengem Hierarchiedenken erzieht (das Bildungssystem ist schon darauf ausgelegt). Daher ergreifen viele die Gelegenheit bei kleinen, eher unwichtigen Punkten, eine Minirevolution anzuzetteln, um das eigene Selbstwertgefühl zu heben. Dass das hinterher bloße Meckerei und ohne Folge bleibt ist eigentlich schon fast zu begrüßen, denn so fällt man trotzdem nicht aus dem System heraus.
Ich bemängele schon seit langem die Diskrepanz zwischen blindem Gehorsam, der ja auch recht bequem ist, da man den Schuldigen woanders suchen kann, und der sich ergebenden Unzufriedenheit, weil nicht alles so ist, wie man es gerne hätte.
Und dieser Zusammenhang findet sich natürlich auch in diesem Streitpunkt wieder, obgleich ich im Moment nicht mehr soviel davon höre - es war wohl mal wieder ein Sommerloch…
Vor allem wenn man bedenkt, dass Mofas schon seit 2004 das neue System benutzen, glaube ich kaum, dass der Staat einen Rückzieher machen wird. Zudem ist heutzutage der Initiator und damalige Innenminister zum Präsidenten der Republik aufgestiegen ;)
Auf alle Fälle wirds in anderthalb Monaten richtig spannend, aber im Moment interessiert das hier keinen mehr.

Gruß aus der Region Paris.

Christian